Perlen werden auch „Kinder des Lichtes“ oder „Meeressteine“ genannt. Man schreibt ihnen göttlichen Ursprung, magische Kräfte und Heilwirkung zu. Oft werden sie auch als Symbol der Trauer empfunden oder es wird ihnen nachgesagt, dass sie Tränen bringen. Perlenschmuck wird Sie aber vom Gegenteil überzeugen: Perlen bringen keine Trauer oder Tränen – nur luxuriöse Schönheit und Reinheit.

Perlen werden in der Schale von Schalentieren, vor allem zweischaligen Muscheln, gebildet und bestehen aus demselben Material wie die Muschelschalen selbst, hauptsächlich Calciumcarbonat. Die Perlen entstehen zwischen der Schale und der Haut der Muschel, die ihre Organe umgibt. Die Bildung der Perle wird durch einen Impuls angeregt: wenn ein Fremdkörper (meist ein Sandkorn) in die Schale gelangt, beginnt das Weichtier diesen Fremdkörper mit dünnen Perlenschichten zu ummanteln und auf diese Weise den Entstehungsprozess voranzutreiben.

Perlen bestehen hauptsächlich aus Calciumcarbonat und enthalten auch einige Proteine. Dank ihrer speziellen Zusammensetzung haben Perlen ein glattes und glänzendes Finish. Perlen sind meist weiß oder cremefarben, seltener auch rosa, grau oder schwarz.

Man unterscheidet je nach Herkunftsort zwischen Salzwasser- und Süßwasserperlen. Süßwassermuscheln produzieren kleinere, weiße Perlen. Größere oder farbige Perlen werden von Salzwassermuscheln gebildet.

Wussten Sie, dass nur eine von 15 000 Muscheln eine schwarze Perle hervorbringt?

Ende des 19. Jahrhunderts waren Perlen das wertvollste Schmuckstück der Welt. Muschelfunde in Muscheln waren zufällig und sehr selten. Die Jagd nach Perlen war außerdem sehr gefährlich und kostete vielen Tauchern das Leben.

Anfang des 20. Jahrhundert wurden Perlen erstmals „künstlich“ erzeugt. 1920 gründete der Japaner Kokichi Mikimoto die erste Perlenzuchtfarm und versuchte Zuchtperlen (sogenannte Nucleus Perlen) zu erzeugen. Nach einigen Rückschlägen gelang ihm der Versuch und er perfektionierte seine Methode und produzierte erfolgreich große und runde Perlen. Dies brachte Kokichi Mikimoto zurecht den Spitznamen „König der Perlen“ ein.

Heutzutage werden hauptsächlich Zuchtperlen gehandelt.

4 GRUNDARTEN DER PERLEN

Akoya Perlen

Salzwasserperlen

Die berühmteste Perlenart hat meist eine weißliche Farbe.

Japan und China

Südpazifik Perlen

Salzwasserperlen

Meist weiß, silber oder gold

Australien, Indonesien und in den Philippinen

Tahiti Perlen

Salzwasserperlen

Farben von weiß bis schwarz

Inseln rundum Französisch-Polynesien (bekannt ist vor allem Tahiti)

 

Süßwasserperlen

Süßwasserteiche und Seen

Ein breites Spektrum an Größen, Farben und Formen

China, USA

 

Wussten Sie, dass …?

Die Perle ist der Heiledelstein des Sternzeichens Krebs.

Die Perle ist der Edelstein des Monats Juni.

Die Perlenhochzeit wird zum 30. Hochzeitstag gefeiert.

 

NATÜRLICHE PERLEN UND ZUCHTPERLEN

Natürliche Perlen kommen heutzutage ausgesprochen selten vor. Früher wurden Sie vor allem in der Region des Persischen Golf gefunden, heutzutage ist die Perlenernte größtenteils durch Ölförderung verdrängt worden.

Zuchtperlen werden auf Perlenfarmen künstlich gezogen. Diese Farmen können sowohl in Salz- als auch in Süßwasser aufgebaut werden. Ein Implantat wird künstlich in die Muscheln eingesetzt und stimuliert das heranwachsen einer Perle. Die Bildung einer Zuchtperle dauert in der Regel eineinhalb bis zwei Jahre.

 

SALZWASSERPERLEN

Salswasserperlen entstehen in Meeren und Ozeanen. In den meisten Fällen stammen sie von der Pinctada Margaritifera, die in tropischen und subtropischen Regionen des Pazifiks vorkommen und bis zu 30cm groß werden können

Wussten Sie, dass Pinctada in ihrer Lebenszeit nur höchstens zwei Perlen hervorbringen können? Deshalb sind Meeresperlen sehr viel kostbarer und erzielen höhere Preise als Süßwasserperlen.

 

Perlenarten

Tahiti Perlen

Akoya Perlen

Südpazifik Perlen

 

SüßWASSERPERLEN

Süßwasserperlen entstehen in Flüssen, Teichen und Seen und stammen meist von der Margaritifera Margaritifera (Flussperlmuschel). Die Flussperlmuschel existiert nach wie vor in Tschechien, gilt allerdings bereits als bedrohte Tierart.

Wussten Sie, dass die Margaritifera in ihrer Lebenszeit bis zu 20 Perlen erzeugen kann? Deshalb ist Schmuck mit Süßwasserperlen in der Regel billiger als Schmuck mit Salzwasserperlen.

 

MYTHEN UND LEGENDEN UM PERLEN

Perlen werden seit langer Zeit „Kinder des Lichts“ oder „Meeressteine“ genannt. Menschen waren seit jeher von ihnen fasziniert und schrieben den Perlen magische und heilende Kräfte zu.

Über Perlen wird oft gesagt, dass sie Tränen enthalten. Einer alten Persischen Legende zufolge sind Perlen Tränen der Götter, welche zur Erde gefallen sind und in Muschelschalen gefangen wurden. Chinesische Legenden hingegen besagen, dass ein Drache, der Gott des Regens, über die Meere geflogen sei und sich Wassertropfen, die bei seinem Flug aus seinem offenen Maul tropften, bei Mondschein in Perlen verwandelt haben. Indianer sprechen von Perlen als Mondtau.

Als die Göttin der Schönheit und der Liebe, Aphrodite, aus den Wellen geboren wurde, sollen einige Wassertropfen an ihrem Körper heruntergelaufen sein, die sich im Mondlicht in Perlen verwandelten.

Perlen wurden auch seit jeher heilende Kräfte zugeschrieben. In der chinesischen Medizin wurden sie zum Heilen von Epilepsie, Wahnsinn und Alkoholismus eingesetzt.

PERLENJAGD

Am Beginn des 20. Jahrhunderts waren die Jäger vor allem auf der Suche nach Perlmutt, das für die Herstellung von Knöpfen verwendet wurde. Ein Perlenfund in manchen der Muscheln wurde als angenehme Überraschung empfunden – aber das Vorkommen war regellos und zufällig.

Die reichste Salzwasserperlen Region:

Der Golf von Mannar (zwischen Sri Lanka und Südindien)

Der Persische Golf

Das Rote Meer

Südaustralien und die Pazifischen Inseln

 

Die reichste Süßwasserperlen Region:

Mississippi Valley (Nordamerika)

KÜNSTLICHE PERLENZUCHT

Die künstliche Perlenzucht findet seit dem Anfang des 20. Jahrhunderts statt. 1920 gründete der Japaner Kokichi Mikimoto die erste Perlenzuchtfarm und versuchte Zuchtperlen zu erzeugen. Nach einigen Rückschlägen gelang ihm der Versuch und er perfektionierte seine Methode und produzierte erfolgreich große und runde Perlen. Dies brachte Kokichi Mikimoto zurecht den Spitznamen „König der Perlen“ ein.

Wo steht die Perlenzucht heute?

Heutzutage gibt es Perlenzucht sowohl in Süßwasser- als auch Salzwasserfarmen. Ein 6mm großer Ball, der aus der Schale einer Süßwassermuschel gefertigt ist, wird mit speziellen Werkzeugen in die leicht geöffnete Muschel eingeführt. Daraufhin wird die Muschel an einem Seil befestigt und zurück ins Wasser gelassen. Dieses Seil bleibt für ca. eineinhalb Jahre im Wasser (die Perle wächst einen Millimeter im Jahr). Regulär werden Reinigungen und Checks durchgeführt. Nur in der Hälfte der Muscheln werden tatsächlich Perlen entstehen – die anderen werden den Fremdkörper zurückweisen oder verderben und werden zu Fischfutter verarbeitet.

Die Muscheln können normalerweise bis zu drei Mal „verwendet“ werden. Danach werden sie entweder in der Küche verarbeitet oder ihre Schale wird für die Erzeugung von Knöpfen oder Souveniers benutzt.

 

Methoden der Zucht

Die Seed-Methode

Ein kleiner Teil der Schale einer Süßwasserperle wird in die Muschel eingesetzt. Die Muschel wird nun für mindestens ein Jahr bedeckt gehalten. Anschließend wird die halbfertige Perle extrahiert und in eine neue Muschel eingesetzt. Auf diese Art und Weise können über einige Jahre hinweg große Perlen gewonnen werden

 

Die Bead-Methode

Ein Kügelchen, das nur um ein wenig kleiner ist als die gewünschte Perle, wird in die Muschel eingesetzt. Das Kügelchen wird aus Süßwassermuscheln gefertigt und in der Muschel mit einer dünnen Perlenschicht – ca 1mm – umwickelt. Auf diese Weise können Perlen sehr viel schneller „produziert“ werden.

 

Quellen:

The Pearl Book - The Definitive Buying Guide. (2008). 4th ed. Woodstock: GemStone Press, pp.Pages 38 - 62. Pearl-guide.com. (2016). Pearl Sizes. [online] Available at: http://www.pearl-guide.com/forum/content.php?90-Pearl-Sizes [Accessed 10 Nov. 2016].Gia.edu. (2016). Pearl Description. [online] Available at: http://www.gia.edu/pearl-description [Accessed 10 Nov. 2016].American Gem Society. (2016). About Pearls. [online] Available at: https://www.americangemsociety.org/en/pearls [Accessed 10 Nov. 2016].