Turmalin ist ein natürlicher Edelstein, der für seine außergewöhnlich breite Farbpalette und seine äußerst variable chemische Zusammensetzung bekannt ist. Er zählt zu den vielseitigsten Steinen in der Schmuckherstellung, da er sowohl in zarten Pastelltönen als auch in intensiven, kräftigen Farben vorkommt. In diesem Artikel werfen wir einen genaueren Blick auf dieses Chamäleon unter den Edelsteinen.
- Was sind Turmaline?
- Geschichte und Legenden rund um Turmaline
- Die Wichtigkeit von Turmalinen: Ihre Bedeutung und Symbolik
- Wissenschaftliche Eigenschaften der Turmaline
- KLENOTA Turmalinschmuck
- Pflege von Turmalinen
- Turmalinvorkommen in Tschechien und weltweit
- Interessante Fakten und berühmte Turmalinfunde
Was sind Turmaline?
Turmaline sind Mineralien, die aufgrund ihrer Farbe besonders attraktiv sind. Ihr Name stammt aus Sri Lanka und geht auf den singhalesischen Stamm zurück, der den Stein „toramallí“ nennt, was so viel wie „der mit Aschepartikeln verunreinigte Stein“ bedeutet. Einer anderen Interpretation zufolge bedeutet es „der Stein mit gemischten Farben“ oder „gemischte Edelsteine“. Turmaline gelangten im 18. Jahrhundert nach Europa und wurden lange Zeit mit anderen Edelsteinen, insbesondere Smaragden und Rubinen, verwechselt. Erst moderne Fortschritte in der Mineralogie ermöglichten ihre genaue Identifizierung.
Die Wichtigkeit der Turmaline: Ihre Bedeutung und Symbolik
Aus kultureller Sicht wurden Turmaline in verschiedenen Zivilisationen historisch mit Harmonie, Ausgewogenheit und Schutz in Verbindung gebracht. Den einzelnen Farben wurden unterschiedliche Bedeutungen zugeschrieben: Rosa für Emotionen, Grün für Natur und Wachstum und Blau für inneren Frieden.
In unserem modernen Kontext ist es angebracht, diese Bedeutungen eher als Teil der historischen Symbolik des Steins zu betrachten. In der Schmuckherstellung ist Turmalin vor allem als optisch ansprechender Edelstein von Bedeutung, der sich zudem technisch gut verarbeiten lässt.

Die Geschichte und Legenden rund um Turmaline
Turmaline sind seit der Antike bekannt. Historische Quellen belegen ihre Verwendung in Ägypten, Indien und China, wo sie aufgrund ihrer Farbenpracht und ästhetischen Wirkung geschätzt wurden. In Europa erlangten sie erst in der Neuzeit Popularität, vor allem durch Importe aus Brasilien und Sri Lanka.
Um Turmaline ranken sich zahlreiche Legenden, die sich auf ihr farbenprächtiges Aussehen beziehen. Diese Geschichten trugen zu ihrer Popularität bei, obwohl sie heute wissenschaftlich nicht belegt sind. In der modernen Schmuckherstellung beruht ihre Bedeutung jedoch primär auf ihren visuellen und physikalischen Eigenschaften, nicht auf Legenden.
Die wissenschaftlichen Eigenschaften von Turmalinen
Turmaline sind Cyclosilikate und typische Minerale, die in Pegmatit- und Granitgesteinen vorkommen. Sie können jedoch auch in metamorphen Gesteinen sowie in hydrothermalen und alpinen Gängen auftreten.
Sie bilden tafelförmige Kristalle (Schörle), nadelförmige oder prismatische Kristalle mit Längsrillen, die meist einen dreieckigen Querschnitt aufweisen. Sie können wachsen oder einwachsen und Längen von über einem Meter bei unterschiedlicher Dicke erreichen. Die Kristalle bilden häufig verschiedene Aggregate, die ungeordnet oder strahlenförmig sein können. Die strahlenförmigen Aggregate werden auch Turmalinsonnen genannt.
Hinsichtlich der physikalischen Eigenschaften sind bei der Schmuckherstellung folgende Faktoren wichtig:
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Härte (7–7,5 auf der Mohs-Skala)
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Gläsener Glanz
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Muschelbruch
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unvollkommene Spaltbarkeit
Ein typisches Merkmal von Turmalinen ist der Pleochroismus, also die Veränderung der Farbintensität je nach Betrachtungswinkel. Ein weiteres interessantes Merkmal sind die piezoelektrischen und pyroelektrischen Eigenschaften des Minerals, die dazu führen, dass sich die Kristalle beim Erhitzen oder Reiben elektrisch aufladen.

Turmalinfarben und -varietäten
Es gibt keine anderen Edelsteine mit einer so vielfältigen Farbpalette wie Turmaline. Ihre chemische Zusammensetzung beeinflusst direkt ihre Farbe, und diese kann sogar innerhalb eines einzelnen Kristalls variieren.
Rosa Turmaline (Rubellite)
Rosa bis rote Turmaline, sogenannte Rubellite, zählen aufgrund ihrer guten Farbsättigung und Transparenz zu den beliebtesten Turmalinarten in der Schmuckherstellung. Sie werden häufig für Ringe und Ohrringe verwendet.
Grüne Turmaline (Verdelite)
Verdelite sind eine grüne Turmalinvarietät, die in sehr dezenten wie auch in kräftigen Grüntönen vorkommt. In der Schmuckherstellung werden sie als Alternative zu Smaragden geschätzt und sind oft auch haltbarer und leichter erhältlich.
Blaue Turmaline (Indigolithe)
Indigolithe zeichnen sich durch verschiedene Blautöne aus, die von Hellblau bis Dunkelblaugrün reichen. Sie sind eine seltenere Varietät, und qualitativ hochwertige Steine sind sehr begehrt.
Wassermelonen-Turmalin
Wassermelonen-Turmaline sind eine mehrfarbige Varietät mit einem rosa Zentrum und einem grünen Rand. Sie sind ein typisches Beispiel für Farbzonierung und werden häufig in Schmuckstücken als Solitärsteine verwendet.
Paraíba-Turmaline
Paraíba-Turmaline sind eine extrem seltene Varietät mit einer türkisblauen Farbe, die durch Kupferanteile verursacht wird. Sie stammen aus Brasilien und gehören zu den teuersten Turmalinen auf dem Markt.
Die verschiedenen Turmalingruppen
Turmaline gehören zu einer großen Gruppe von Mineralien, die sich in ihrer chemischen Zusammensetzung, Farbe und ihren physikalischen Eigenschaften unterscheiden. Gemäß der Klassifizierung des Gemological Institute of America (GIA) werden Turmaline in mehrere Hauptgruppen unterteilt. Diese Klassifizierung basiert auf den dominanten chemischen Elementen in ihrer Kristallstruktur und ist entscheidend für ihre Verwendung in Schmuck.
Elbaites
In der Schmuckherstellung sind Elbaite die wichtigste Turmalingruppe. Sie sind reich an Lithium und umfassen die meisten bekannten Farbvarianten, die in der Schmuckherstellung Verwendung finden. Elbaite zeichnen sich durch die größte Farbvielfalt aus und bilden häufig Übergangskristalle mit Schörl.
Zur Elbait-Gruppe der Turmaline gehören beispielsweise:
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grüne Turmaline (Verdelite),
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rosa bis rote Turmaline (Rubelite),
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blaue Turmaline (Indigolite),
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mehrfarbige Melonenturmaline,
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Paraiba-Turmaline,
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Achroite, Olenite und Rossmanite.
Draviten
Dravite sind eine Gruppe von Turmalinen, deren Farbe hauptsächlich von Magnesium, Natrium und Aluminium beeinflusst wird. Sie kommen vorwiegend in Marmor, Dolomit, einigen magmatischen Gesteinen und Pegmatiten vor. Dravite sind in Schmuck seltener anzutreffen und werden meist als geschliffene Steine in Braun- bis Orangetönen verwendet. Charakteristisch für diese Gruppe ist ihr ausgeprägter Dichroismus, die Fähigkeit, je nach Betrachtungswinkel unterschiedliche Farben zu zeigen.
Uveitis
Uvite sind eine Gruppe von Turmalinen, die nur sehr selten in der Schmuckherstellung verwendet werden. Ihre chemische Zusammensetzung wird hauptsächlich von Magnesium, Aluminium und Kalzium bestimmt. Die Kristalle sind tendenziell kürzer, oft tafelförmig und meist mit Draviten vermischt. Uvite kommen am häufigsten in Dolomiten und Kalksteinen vor. Bekannte Beispiele sind grüne Kristalle aus Myanmar und goldbraune Turmaline aus Sri Lanka.
Schörle
Schörle sind die am häufigsten in der Natur vorkommenden Turmaline. Sie sind in der Regel schwarz und undurchsichtig und treten nur selten in durchscheinender Form auf. Ihre Farbe verdanken sie hauptsächlich ihrem Eisen- und Natriumgehalt. Schörle kommen oft zusammen mit Draviten vor und sind auch in Tschechien, insbesondere in der Region Vysočina, zu finden. Sie werden nur selten in Schmuck verarbeitet und sind eher aus mineralogischer und Sammlersicht von Bedeutung.
Liddicoatiten
Liddicoatite sind eine besondere Turmalinart, die reich an Kalzium, Lithium und Aluminium ist. Sie zeichnen sich durch eine außergewöhnliche Farbvielfalt aus und gehören zu den farbenprächtigsten Turmalinen überhaupt.
Liddicoatitkristalle vereinen rosa, grüne, gelbbraune und grünbraune Farbtöne und weisen oft eine deutliche Farbzonierung auf. Sie kommen hauptsächlich in granitischen Gesteinen vor, insbesondere in Madagaskar.
Früher wurden große Liddicoatitkristalle zu polierten Platten geschliffen, um ihre Farbstruktur hervorzuheben. Diese Stücke sind heute sehr selten und hoch geschätzt. Liddicoatite werden auch facettiert, wobei die maximale Farbvielfalt des Steins erhalten bleibt.
Turmaline im KLENOTA-Schmuck
Turmaline werden aufgrund ihrer Farbvielfalt und ihrer guten mechanischen Eigenschaften in der Schmuckherstellung verwendet. Turmaline, insbesondere die rosa und grünen Varianten, sind fester Bestandteil unseres Sortiments. Ob Sie sich für eine Halskette, einen Ring oder Ohrringe mit diesem Stein entscheiden – dieses Schmuckstück wird zu einem Lieblingsstück für jeden Tag, in das Sie sich verlieben werden.
Rosa Turmaline wirken in Roségold besonders schön. Das verleiht ihnen eine romantische und zarte Ausstrahlung. Grüne Turmaline harmonieren wunderbar mit Gelbgold und sehen erfrischend modern aus. Wer jedoch richtig glänzen möchte, wählt Turmalinschmuck mit Diamanten, die die Farbe des Edelsteins hervorheben und betonen.
Wie man Turmalinschmuck pflegt
Turmaline eignen sich für den Alltag, es gibt jedoch einige grundlegende Richtlinien zu beachten. Wir empfehlen Ihnen Folgendes:
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Bewahren Sie den Schmuck separat in einer weichen Schachtel auf.
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Legen Sie ihn beim Hausputz, Kochen und Sport ab.
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Vermeiden Sie plötzliche Temperaturwechsel.
Lauwarmes Wasser, ein mildes Reinigungsmittel und eine weiche Bürste reichen zur Reinigung aus, doch eine professionelle Reinigung ist immer die sicherste Option. Wenn Sie Schmuckstücke von uns besitzen, bringen Sie sie gerne zu uns – wir reinigen sie kostenlos, sodass sie wieder wie neu aussehen.

Turmalinvorkommen in der Tschechischen Republik und weltweit
Bedeutende Turmalinvorkommen gibt es unter anderem in Afrika, Afghanistan, Kanada, Madagaskar, den USA, Brasilien und Sri Lanka. Rubellite findet man hauptsächlich in Brasilien, Madagaskar, Mosambik, Nigeria und Pakistan, besonders schöne Exemplare in den Vereinigten Staaten. Indigolithe werden in Nordbrasilien, Nigeria, Afghanistan und Pakistan abgebaut.
Man muss aber nicht so weit weg suchen. Turmalin wurde auch in Tschechien gefunden, beispielsweise in den Regionen Vysočina und Písek. Die dort gefundenen Steine sind jedoch eher für Sammler geeignet. Und in der Nähe von Velké Meziříčí wurden sogar zwei neue Varietäten entdeckt: Elbait-Rossmanit und Povondrait.
Interessante Fakten und einige berühmte Turmalinfunde
In der Vergangenheit wurden Turmaline nicht nur für Schmuck, sondern auch für Kunstgegenstände verwendet, beispielsweise für Skulpturen und Schnupftabakschalen. Aufgrund ihrer pyroelektrischen Eigenschaften nutzten die Niederländer sie zum Reinigen von Pfeifen.
Turmaline halten interessante Rekorde hinsichtlich der Kristalllänge. Der größte Rubellitkristall der Welt, Raketa genannt, wurde in der Mine von Minas Gerais in Jonas, Brasilien, entdeckt und misst 109 cm.
Erwähnenswert sind auch einige historische Irrtümer, wie etwa bei der tschechischen Wenzelskrone, die mit „Rubinen“ verziert ist, die sich später als Rubellite herausstellten. Doch die tschechischen Kronjuwelen waren nicht die einzigen, bei denen Rubellite fälschlicherweise für Rubine gehalten wurden. Auch die russischen Kronjuwelen und der „Rubin“ von Kaiser Rudolf II. wurden falsch etikettiert.
Wie erkenne ich einen echten Turmalin?
Einen echten Turmalin erkennt man an der Vielfalt seiner Farben, seinem glasartigen Glanz und dem Pleochroismus (der Farbintensitätsänderung je nach Lichteinfall). Die meisten Turmaline weisen natürliche Einschlüsse und feine Risse auf, die typisch für dieses Mineral sind. Doch nur eine gemmologische Analyse kann mit Sicherheit beweisen, dass es sich um einen Turmalin handelt. Daher empfehlen wir Ihnen, Turmalinschmuck nur bei zertifizierten Juwelieren wie etwa bei KLENOTA zu kaufen.
Welche Farben sind bei Turmalinen am beliebtesten?
Der Turmalin ist das Chamäleon unter den Edelsteinen und kommt in vielen Farben vor. Am beliebtesten sind rosa Turmaline und rötlich-rosa Rubellite, die Liebe und Leidenschaft symbolisieren. Grüne Verdelite und die seltenen blauen Indigolite sind ebenfalls sehr begehrt. Eine weitere interessante Varietät ist der Wassermelonen-Turmalin, der Rosa und Grün in einem Kristall vereint.
Welche Sternzeichen haben Turmaline als ihre Edelsteine?
In der Astrologie gehören Turmaline zu den Sternzeichen Waage, Skorpion und Fische. Sie herrschen über den Monat Oktober, weshalb Schmuck mit Turmalin ein ideales Geschenk für Frauen ist, die in diesem Monat geboren wurden.
Wie pflege ich Schmuck mit Turmalinen?
Turmaline ziehen Staub an und müssen daher regelmäßig gereinigt werden. Wir empfehlen, Turmalinschmuck in einer Samtbox getrennt von anderen Gegenständen aufzubewahren und ihn beim Hausputz oder Kochen herauszunehmen. Obwohl Turmaline hohe Temperaturen vertragen, schaden ihnen plötzliche Temperaturwechsel. Wenn Sie Schmuck von KLENOTA besitzen, reinigen wir ihn gerne kostenlos für Sie.
Wofür wird der Turmalin außer für Schmuck noch verwendet?
Früher wurde Turmalin in China zur Anfertigung von Statuen und Schnupftabakschalen verwendet. Aufgrund seiner pyroelektrischen Eigenschaften nutzten die Niederländer Turmalin zur Reinigung von Pfeifen. Wissenschaftler schätzen den Stein auch wegen seiner piezoelektrischen Eigenschaften: Beim Erhitzen oder Reiben lädt er sich auf und zieht Staub an.
Was kostet Turmalinschmuck?
Der Preis von Turmalinschmuck hängt von der Farbe, Qualität und Seltenheit der verwendeten Turmalinart ab. Während rosa Turmaline und grüne Verdelite erschwinglicher sind, können seltene Paraiba-Turmaline aus Brasilien mehrere Tausend Dollar pro Karat kosten. Generell ist jedoch jedes Schmuckstück mit Turmalin ein Unikat, da kein Stein dem anderen gleicht.
Sind Turmaline teurer als andere Edelsteine?
Turmaline weisen große Preisunterschiede auf. Einige Varietäten, wie die weit verbreiteten rosa und grünen, gelten als erschwingliche farbige Edelsteine. Seltene Varietäten hingegen, insbesondere die Paraiba-Turmaline mit ihrer türkisfarbenen Färbung, zählen heute zu den teuersten Edelsteinen der Welt. Dadurch ist Turmalin ein Mineral, das sowohl erschwinglich als auch extrem kostspielig sein kann.










